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06.12.2016 14:59 Alter: 2 yrs

EU-Entscheidungen zur Dorschfischerei

Die Fangmengen für Berufsfischer in der westlichen Ostsee werden um 56 % gekürzt. In der Laichzeit dürfen Fischer acht Wochen keinen Dorsch fischen, vorher waren es sechs Wochen. Angler dürfen ab 2017 in der Laichsaison, Februar und März, bis zu drei Dorsche täglich mitnehmen und ansonsten fünf Dorsche.

Aktualisierung 16.11.2016: Die EU-Verordnung ist hier abrufbar.

Aktualisierung 30.11.2016: Ergänzende Informationen des MELUR gibt es hier.

Die im DAFV organisierten Verbände hatten im Vorfeld Vorschläge unterbreitet, wie aus ihrer Sicht die Angler einen Beitrag zur Bestandserholung des Dorsches leisten könnten. Eine Schonzeit und eine Erhöhung des Mindestmaßes wären aus der Sicht der DAFV-Verbände Maßnahmen gewesen, die sich positiv auf die Dorschbestände ausgewirkt hätten und zugleich von einem Großteil der Angler akzeptiert worden wären. Die meisten Angler können besser damit leben, sechs Wochen im Jahr nicht auf den Dorsch zu angeln und dafür zehneinhalb Monate mit gutem Gewissen auf wieder wachsende Bestände zu fischen.

Den meisten Anglern macht es keinen Spaß, auf laichende Dorsche zu fischen, wenn man zugleich weiß, daß die Bestände gerade schwinden. Ein höheres Mindestmaß hätte dafür gesorgt, daß mehr Fische laichen können. Geangelte Dorsche kann man in der Regel schonend zurücksetzen. Wenn man einem nach aktuellem Schonmaß entnommenen Dorsch(38 cm) küchenfertig vorbereitet, dann findet man ihn in der Bratpfanne kaum wieder. Auch die Erhöhung des Mindestmaßes hätte also kaum gestört.

Ein Tagesfanglimit allerdings stört viele Angler. Der Angler, der zu einem Kurzausflug aus Hessen zu uns an die Küste kommt, möchte seine gefangenen maßigen Fische gerne mitnehmen. Ob der begeistert ist, wenn er an einem guten Tag seine fünf „ Hungerhaken“ von 38 cm in eventuell kurzer Zeit gefangen hat? Danach kann er dann das Angeln einstellen. Ist er zufrieden? Kommt er wieder zurück nach Schleswig-Holstein?

Und daß er wiederkommt wäre wichtig. Mit den Einnahmen, auch aus den Urlauberfischereischeinen, werden in Schleswig-Holstein zahlreiche wichtige Artenschutzprojekte gefördert. Der Tourismus lebt ein Stück weit, gerade auch in der Nebensaison, von Angeltouristen.

Wem ist also mit diesen Tagesfanglimits geholfen? Helfen solche Maßnahmen dem Dorsch (und um genau den geht es) mehr, als eine Laichschonzeit, so wie sie die DAFV-Verbände vorgeschlagen hatten? Nützt es den Anglern und dem Tourismus? Wohl eher nicht! Quelle: www.lsfv-sh.de